The Akwa people petition the Reichstag (1905)

In 1902 a delegation of chiefs from the Akwa people in the German colony of Cameroon visited Germany…. Their concerns over the policies of colonial governor Jesco von Puttkamer led them to petition the Reichstag directly for assistance in 1905. This was unusual and provoked considerable debate over the rights of colonial subjects to seek redress for presumed wrongs and over who was ultimately responsible for colonial governance. The government… SUM UP FEARS OF WORKING WITH SPD AND HOW IT ALL ENDED UP FOR MPUNDU AKWA AND PUTTKAMER

References for details: Joeden-Forgey, Kusser in Langbehn, Rosenhaft/Aitken 196f, Austen and Derrick Middlemen of the Cameroons Rivers 106ff.

 


An Seine Durchlaucht,
den Herrn Reichskanzler zu Berlin

Altona, den 30. Januar 1906

Ew. Durchlaucht bitte ich gehorsamst, nachfolgende Beschwer gegen den stellvertretenden Gouverneur Herrn von Brauchitsch in Kamerun geneigtest entgegen zu nehmen und zu erledigen. Im Jahre 1902 war mein Vater, King Dika Mpundo Akwa von Bonambela, Kamerun, in Deutschland, um einige Beschwerden seines Volkes an zuständiger Stelle in Berlin vorzubringen. Unter seinen Begleitern war auch ich, weil ich in Deutschland erzogen, der deutschen Sprache durchaus mächtig bin, die deutschen Verhältnisse kenne und deshalb als Führer und Dolmetscher dienen konnte.

King Akwa reiste in demselben Jahre wieder nach Kamerun zurück, während ich hier blieb, um Handelsgeschäfte, die wir mit der Firma J. Braun, Hamburg, Englische Planke 12/16, in Aussicht genommen hatten, durchzuführen. Die Verhandlungen mit Braun nahmen anfänglich einen guten Verlauf, kamen aber bald ins Stocken und zerschlugen sich endlich ganz, weil der Gouverneur von Kamerun, Herr von Puttkamer, bei dem Braun sich erkundigt hatte, über meinen Vater und meine ganze Familie eine sehr schlechte Auskunft gegeben hatte. Die Mittel für meinen Aufenthalt in Deutschland sollten von Leuten meines Volkes aufgebracht werden. Jedoch blieben die Geldsendungen aus, sodass ich lange Zeit ohne jegliche Mittel war. Damit hatte es folgende Bewandtnis: Mein Vater war auf besonderen Wunsch der Häuptlinge in Kamerun nach Deutschland gegangen. Sie sowohl, wie überhaupt das ganze Volk meines Vaters hatten sich verpflichtet, die Reisekosten zusammen zu bringen, die man im Ganzen auf M 20.000. – geschätzt hatte. Die Hälfte mit M 10.000. – war schon zusammen gebracht worden, al mein Vater King Akwa von Kamerun abreiste. Der Rest sollte später gesammelt und nach Deutschland nachgeschickt werden. Das gesammelte Geld sollte insbesondere auch meinen weiteren Aufenthalt in Deutschland bestreiten, bis ich die mir gestellten Aufgaben erfüllt hatte und zurückreisen konnte.

Nun hatte aber der Herr von Brauchitsch, als er diesen Sachverhalt erfuhr, den Häuptlingen bei schwerer Strafe die Fortsetzung der Sammlung verboten. Die Häuptlinge sowohl wie das Volk mussten sich diesem Verbot fügen, sodass kein Geld mehr aus Kamerun für mich abging. Anfänglich konnte ich mir das Ausbleiben des Geldes nicht erklären, bis ich nach und nach den Sachverhalt erfuhr.

Aller Mittel entblösst geriet ich in eine gewisse Notlage, aus der mich nur ein Landsmann dadurch rettete, dass er mich fortgesetzt mit kleinen Mitteln unterstützte. Meine Versuche, eine angemessene Tätigkeit zu ergreifen und dadurch meinen Unterhalt zu verdienen, hatten erst nach langen Mühen Erfolg.

Ehe ich nun zu dem Verdienst kam, machte ich in Altona, wo ich damals wohnte, kleinere Schulden, unter anderem auch bei einem Zigarrenhändler Rosenbaum, der mir fast täglich Zigaretten auf Kredit verkaufte. Um ihn wegen des mir gewährte Kredits zu beruhigen, stellte ich ihm meine Verhältnisse dar und sagte ihm insbesondere, wer ich sei, was ich zu erwarten hätte usw.

Rosenbaum hielt es nach einiger Zeit für geraten, sich in Kamerun zu erkundigen. Alsbald erhielt er von dem Herrn von Brauchtisch eine Antwort, worin dieser amtlich erklärte, ich sei gar nicht der Sohn des King Akwa, habe auch gar kein Vermögen, habe gar kein Geld zu erwarten, für mich werde gar nicht gesammelt, ich sei ein Betrüger und alles, was ich sage, beruhe auf Unwahrheit.Rosenbaum eilte mit diesem Brief zu mir und machte mir die bittersten Vorwürfe. Meine Versuche, ihn zu beruhigen, waren erfolglos. Rosenbaum hielt sich für betrogen und zeigte mich bei der Polizei an. Die Behörde nahm mich in Haft und erst nach vielen Wochen ward ich frei gelassen; die Strafverfolgung endete schliesslich mit meiner Freisprechung.

Durch das Strafverfahren ist viel Unheil über mich gekommen. Zunächst musste ich eine lange Haft erdulden, die mich geistig und körperlich schwer geschädigt hat. Als ich die Haft verliess, war ich kaum zu erkennen, meine Haut umschloss nur noch ein Gerippe. Nur durch die aufopfernde Pflege der Leute, bei denen ich in Altona wohnte, konnte ich eine schwere Krankheit, die infolge der Haft bei mir ausbrach, überwinden. Erst nach und nach hat sich mein Körper dann langsam erholt.

Im übrigen ist durch das Strafverfahren mein Name beschimpft worden. In vielen Kreisen herrscht die Ueberzeugung, dass ich in der Tat eine Art Hostapler sei, vor dem man sich hüten müsse.

[…]

Herr von Brauchtisch hat sich nach meiner Auffassung strafbar gemacht, insbesondere erblicke ich in seinem Verhalten ein Amtsvergehen.

Indem ich Ew. Durchlaucht bitte, den Herrn von Brauchtisch zur Rechenschaft zu ziehen und mir Genugtuung zu verschaffen, bin ich Ew. Durchlaucht

gehorsamster

Nyasam Akwa nya Bonambela

Markstrasse No. 2


Source: “Schreiben von Mpundu Akwa an den Reichskanzler (20 Jan. 1906),” BArch R 1001/4436.