The campaign against Mpundo Akwa (1912)

CAN ROBBIE WRITE AN INTRO TO THIS?


Duala, 5./11.1902.

Lieber Niemann:

Bei meiner Durchreise durch Hamburg hatte ich leider nicht mehr genügend Zeit um sie aufzusuchen und mich zu verabschieden. Ich war sehr in der Hetzjagd, zumal meine wiederausreise sich 1 Monat früher ereignete als es vorgesehen war. Nun habe ich mich schon wieder eingelebt u. sitze bis über beide Ohren in der Arbeit. Sie werden sich entsinnen daß im Laufe dieses Sommers einige farbige Dualas in Europa speciell in Hamburg u. Berlin, sich aufhielten. Unter anderen der Häuptling Dika Akwa nebst seinem Sohne Ludwig Mpundo Akwa, welch letzterer nach Rückkehr seines Vaters es vorgezogen hat in Hamburg zu verweilen. Vater wie Sohn sind große Schwindler und Schweinehunde. Ersterer sitzt zur Zeit hier wegen Widersetzlichkeit.

Nun erhielt ich vor kurzem ein Schreiben einer Hamb. Firma Braun (wohl Comissionsgeschäft) in welchem sie dem hiesigen Bezirksamt mitteilt, daß der Vater Dika sein ihm in Akwadorf gehöriges Land im Werte von M. 10 000 an genannte Firma verschrieben habe. Da Dika der Sprache (deutschen auch engl.) nicht mächtig, wurde sein Sohn Mpundo als Dolmetscher hinzugezogen. Die Thatsache ist nun, daß Dika kein Land zu Eigentum besitzt u. diese ganze Vereinbarung auf Schwindel beruht. M. 10 000 erhielt Dika ausgezahlt.

Allem Anschein nach is Mpundo daheim ohne Mittel, denn vor einigen Tagen sandte er an seine Landsleute ein Schreiben, in welchem er um umgehende Übersendung von M. 600 bat. Wäre es nicht möglich auch ohne dienstliches Schreiben diesen Gesellen von Polizeiwegen mit nächstem Dampfer nach hier zurückzubefördern. Evtl. könnte er dritter Klasse fahren. Wenn diese nicht angängig dann würde ich mich durch das Gourernement an die dortige Polizeibehörde wenden und um sofortige Rücksendung dieses Nichtsthuers bitten bezw. ihn unter Anklage stellen wegen Betruges. Diese würde allerdings einige Schreiberei verursachen! Vielleicht kann er auf irgend eine andere Art veranlasst werden Deutschland zu verlassen! Ich wäre Ihnen jedenfalls für diesen Freundschaftsdienst sehr dankbar.

Hoffentlich geht es Ihnen und Ihrer Gattin gesundheitlich gut.

Nun seien Sie herzlichst gegrüsst und empfehlen Sie mich bitte unbekannterweise Ihrer Gattin.

Stets Ihr alter

Gez. V. Brauchtisch.


Source: “Schreiben von Regierungsrat von Brauchitsch (Kamerun) an Poliyeileutnant Niemann (Hamburg) (Duala, 5 Nov. 1912),” BArch R 1001/4436.


brauchitsch copy

 

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