Facing I: Sieh das Ich von Sylvie Kumah (1980)

Sylvie Kumah ist 1951 in Ghana geboren und studierte in den späten 1970er Jahren Deutsch in Köln. Ihr erster Gedichtband Facing I entstand 1980 im Rahmen des Literarischen Colloquiums Berlin. Ihre englisch-sprachigen Gedichte nehmen Bezug auf die revolutionären Kämpfe vieler afrikanischer Staaten in den 1960ern und 1970ern und die Einsamkeit im europäischen Exil. Obwohl die Themen groß sind, sind es sehr intime Gedichte mit malerischen, metaphernreichen Sprache. Es sind stolze, würdevolle Gedichte, in denen es Kumah gelingt „aufzuklären“ ohne ansatzweise didaktisch zu wirken. „Deutschland, Deutschland“, das einzige Gedicht, das ausschließlich auf deutsch abgedruckt ist, ist eine Abrechnung mit dem Alltags-Rassismus, dem das Lyrische Ich (wohl ohne Frage auch Kumah selbst) entgegengeschlagen ist.

„Ist dies, Oh Deutschland, / Du fremdes Land, /Kein Beweis dafür, / daß Du mich schlicht und einfach / Ablehnst?’/ […] Wahr kann das nicht sein / Weil bei jedem Faschingszug / Sehr viele sich Schwarz bemalen

Facing I: Sieh das Ich ist eine anmutige, bereichernde Publikation, die allen ans Herz gelegt ist, die sich qualitativ hochwertiger Exil-Literatur befassen. Das Buch hat 172 Seiten und wurde verlegt vom Literarischen Colloquium Berlin und dem DAAD.


Philipp Khabo Koepsell (2015)

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