Die Deutsche Afrika-Schau (1934-1940)

Die Deutsche Afrika-Schau war eine Wanderausstellung, teils ethnographisch, teils Varietéshow, die ursprünglich um 1934 vom togolesischen Mann Kwassi Bruce und dem Deutschen Adolf Hillerkus als Mittel zur Schaffung von Arbeitsplätzen für in Deutschland lebende Afrikaner und ihre Kinder ins Leben gerufen wurde. Die Darsteller sangen, tanzten und führten Akrobatik und exotische Darbietungen wie das Feuerspucken vor einem nachgebildeten afrikanischen Dorf auf. Im Rahmen der anhaltenden deutschen Hoffnungen auf die Wiedererlangung der verlorenen Kolonialgebiete genoss die Ausstellung zunächst die politische Unterstützung einer Reihe von Staats- und Nazi Parteiorganen, insbesondere des Kolonialministeriums des Auswärtigen Amtes. Ab 1937 wurden Elemente der kolonialen Propaganda in die Aufführungen eingebaut.

Während ihres Bestehens bot die Schau eine Form der Beschäftigung für mindestens 40 Männer, größtenteils, aber nicht ausschließlich ehemalige deutsche Kolonialuntertanen, sowie deren in Deutschland geborene Kinder. Entscheidend war auch, dass sie ein gewisses Maß an Sicherheit vor der zunehmenden Gewalt der nationalsozialistischen Rassenpolitik und -praxis gegenüber Schwarzen Menschen bot. Im Sommer 1940 wurde sie schließlich geschlossen. Eine Reihe von Teilnehmern suchte nun das Exil außerhalb Deutschlands, während eine Handvoll anderer wie der Kameruner Jonas N’Doki und der Tansanier Mohamed Husen durch die Hand der Nationalsozialisten starben.

Diese Werbepostkarte wurde gedruckt, während die Schau von dem SA-Mann und Zirkusimpresario ‚Captain‘ Alfred Schneider geleitet wurde. Zu den abgebildeten Personen gehören der Äthiopier Wolde Tadek (ganz rechts), der Ostafrikaner Harry Mambo (zweiter von rechts) und der Amerikaner Clarence Walton (sitzend). Walton war einer von mehreren Schaumitgliedern, die Deutschland verließen, als sich die Bedingungen verschlechterten. Im Sommer 1942 konnte er in die Vereinigten Staaten zurückkehren, allerdings ohne seine Frau und sein Kind.

Robbie Aitken (übersetzt von Lilian Gergely)


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Kolonialschau 02

Quelle: Postcard (after 1937), Collection Aitken.


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