Die „Schwarze Schmach“: Wie lange soll das noch gehen? (ca. 1920)

Nationalistische Aktivisten und Politiker nutzten die französische Besetzung des Rheinlandes, insbesondere den Einsatz kolonialer Soldaten (Die Schwarze Schmach am Rhein LINK), erfolgreich, um Empörung im In- und Ausland über die Behandlung Deutschlands durch die Siegermächte nach dem Krieg zusammenzutrommeln. Wie diese Postkarte andeutet, spielten Propagandisten stark mit der Bildsprache von weißen deutschen Frauen und ihrer Schändung durch barbarische Kolonialsoldaten, die von französischen Behörden beaufsichtigt wurden, die behaupteten, die Zivilisation zu verteidigen. Indem sie ein Bild einer auf den Kopf gestellten kolonialen Welt malten, hofften die Aktivisten, mit einem Gefühl des weißen Rassenstolzes zu spielen, um den Vertrag von Versailles zu untergraben.

Die Rückseite der Postkarte ruft „Gegen die schwarze Schmach erheben wir flammenden Protest” und listet Organisationen und Personen auf, die in den Vereinigten Staaten und in Deutschland an dieser Propagandaarbeit beteiligt sind, darunter patriotische, religiöse, medizinische und Frauenorganisationen: Hermann George Scheffauer u. Ray Beveridge, Amerika; Deutscher Notbund, München; Heimatbund Hamburg und ‚Rettet die Ehre’, Bremen; Deutsch-evangelisch. Kirchenausschuß, Eisenach; Ärztekammer Brandenburg-Berlin; Rheinische Frauenliga; sämtl. dtsch. Frauen-Organisationen

Jeff Bowersox (übersetzt von Lilian Gergely)


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Quelle: University of Osnabrück, Historische Bildpostkarten: Sammlung Prof. Dr. S. Giesbrecht.


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