Rassismus in einem Bierlogo (2012)

Im Jahr 2012 machten Aktivisten in Vorarlberg, Österreich, auf die Mohrenbrauerei aufmerksam, deren Logo seit langem die Silhouette eines afrikanischen Männerkopfes mit stereotypen Merkmalen ist, die in rassistischen Karikaturen lange Zeit im Vordergrund standen, inklusive wolligem Haar und hervorstehenden Lippen. Die Aktivisten argumentieren, dass das Logo eine veraltete und beleidigende Karikatur ist, die ersetzt werden sollte. Sie starteten eine Kampagne namens „No Mohr”, um die Brauerei aufzufordern, den Kopf des Mohren durch einen von der Künstlerin Mara Niang entworfenen Baobabbaum zu ersetzen.

Die Brauerei erklärte sich an einem solchen Dialog „immer interessiert“, lehnte es aber ab, die vorgeschlagene Neugestaltung zu übernehmen. Sie argumentieren, dass das Logo eine Tradition ist, die auf die mittelalterliche Heraldik zurückgeht: Das Design stammt vom Familienwappen des ursprünglichen Braumeisters Josef Mohr, der ein Gasthaus namens „Zum Mohren” besaß, das später an die Familie verkauft wurde, die die Brauerei 1834 gründete. Darüber hinaus bestehen sie darauf, dass es ein wesentlicher Bestandteil ihrer unverwechselbaren und lokal erkennbaren Marke ist.

Dies ist eine häufige Antwort (siehe z.B. Debatten über Kinderbücher und schwarz angemalte Gesichter), die den Widerwillen widerspiegelt, eine Vision von „Tradition” mit hineingeschriebenen anti-schwarzem Rassismus zu akzeptieren. „No Mohr”-Aktivisten nutzen das Thema weiterhin, um auf die breitere Geschichte rassistischer Darstellungen in der österreichischen Geschichte aufmerksam zu machen.

Jeff Bowersox (übersetzt von Lilian Gergely)


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Quelle: Mohrenbrauerei Dornbirn via Wikimedia Commons and simon INOU/Mara Niang. ©Mara Niang.


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