Ignatius Fortuna’s white “siblings” petition for his estate (1789)

Ignatius Fortuna was born in Surinam and was brought to Europe as one of two enslaved boys in the possession of the Essen merchant Franz Adam Schiffler. When Schiffler returned to his hometown he entered the service of the Abbess Franziska Christina von Pfalz-Sulzbach and gave Fortuna to her as a gift.

After Fortuna’s death, some of Schiffer’s children petitioned the new Abbess Maria Kunigunde von Sachsen to turn over Fortuna’s estate to them. In this letter they argue that their father’s generosity was responsible for “Ignatz’s” good fortune, that Fortuna always acknowledged this, and that out of gratitude he would want his “siblings” to inherit his possessions. Indeed, Fortuna’s wealth had allowed him to support at least one “stepbrother” with substantial loans. The request was denied, and Fortuna’s estate instead went largely to the orphanage where he and the former Abbess had lived.

This letter gives us a glimpse of how Ignatius Fortuna was brought from Surinam to Europe and how he passed from the merchant Franz Adam Schiffer into the service of the Abbess, and it also demonstrates that Fortuna’s estate was large enough to occasion legal disputes over it.


 

Hochwürdigst – Durchlauchtigste Herzoginn
Gndädigste Fürstinn und Frau!

Eürer Königlichen Hoheit KammerMorr, der Ignatius Fortuna, ist den 24ten v[origen] M[onats] mit Tode abgegangen.

Unser selige Vater brachte diesen Verlebten vor etwan 54 Jahren aus Surinam mit ins Landt.

Höchstdero Durchlauchtigste VorFrau Francisca Christina Höchstseligen Andenckens äusserte damahls ein Verlangen, denselben in Hofdienste zu nemen, und unser Vater war es die größte Freüde, ihn auf dies Art versorgt zu sehen.

Indessen liesse doch der verstorbene Ignatz nicht nach, bey jeder Gelegenheit zu unseren Vater seine Zuflucht zu nemen. Er erkannte ihn für seinem PfelgVater, für seinem Wohltäter, – und für dem Hauptbeförderer seines Glücks.

In der Hoffnung, daß er dereinstens sein etwa hintergelassendes Vermögen aus Gefühl von Dankbahrkeit niemanden als der Schifferschen Famille zuwenden würde, genosse derselbe von Stund an bey unserem Vater, und auch bey einem jeden von uns, was er verlangte. – Kurz, wir brüderten uns.

Wer wollte nun nur auf einen Augenblick haben zweifeln können. Daß derselbe uns mit der Erbeinsetzung habe vorbeigehen können?

Allein da er von einem Schlagfluß getroffen war und bis zum letzten LebensHauch vernunfloß blieb, so war er ausser Stande seine letzte Willensmeinung zu entdecken. Von Euer Königl. Hoheit Höchsten Gnade wird es wohl demahlen eintzig und allein abhangen, wenne Höchstdieselbe die Hinterlassenschaft huldreichst zuwenden wollen.

Dem Fürstlichen Weisenhauße hat er bereits vor einigen Jahren 600 Rthlr per Donation inter vivos zugedacht, und dieses bringt die stärkste Vermutung mit sich, daß er mit dem übrigen Vermögen auch anderen, und gewiß niemanden anderst als uns gutes tuen und die bey uns genossene Freundschaft dadurch ersetzen wollen.

Zu Eürer Königlichen Hoheit ergehet demnach unser untertänigstes und demütigstes Bitten: Höchstdieselbe in gnädigster Beherzigung dieser angeführten wahrhaft- auch stadt- und Landkündigen Umständen uns des verstorbenen Ignatz Hinterlassenschaft zufliesssen zu lassen mildest geruen wollen.

Wir erkennen diese Höchste Gnade zeit Lebens mit untertänigstem Danck und erstereben in tiefster Submission
Euer Könglichen Hoheit
Essen den 1tn Decembr.
1789
untertänigste demütigste

Susanne Kuhlhoff né[e] Schiffer
Wilhelmina Brockhoff né[e] Schiffer
J.A. Schiffer
Ignatz Schiffer.

 


Source: Ute Küppers-Braun, “Kammermohren: Ignatius Fortuna und andere farbige Hofdiener,” Das Münster am Heilweg 54 (2001): 22, 32.