The Berlin negro colony (1882)

This article in a local Berlin paper reports on the existence of a small “colony” of black residents before Germany’s  acquisition of colonies in Africa. It testifies to the presence of both African Americans and Africans (distinguished here as “blacks” and “negroes”), the varying routes by which they came to Berlin, and the extent to which they had been able to integrate by adopting the Berlin dialect and starting families with white women. This was a newsworthy development, taken as a sign of Berlin’s cosmopolitanism at a time of rapid growth and aspirations to be a world-class metropolis.

Die Berliner Negerkolonie, welche ungefähr sechzig Köpfe zählt, gehört sicherlich zu den interessantesten Bewohnern Berlins. Dieselben trenne sich in zwei verschiedene Klassen, in die Schwarze, welche von Amerika gekommen sind, und in die Neger, welche direkt von Afrika an der Spree verschlagen wurden. Ausnahmslos nehmen dieselben eine dienende Stellung ein. — Der Vornehmste ist Sayio, der Mohr des Prinzen Karl. Bankroft Davis and Bayard Taylor brachten sich, als sie als Gesandte nach Berlin kamen, Neger mit. Beide sind hier geblieben, nachdem sie ihr Dienstverhältnis gelöst. Taylor’s Diener ist jetzt Ausläufer in einem Geschäft der Leipzigerstraße. Einige von ihnen haben nicht nur das Deutsche bemeister, sondern sich auch den “richtigen” Berliner Dialekt mit “ick” und “wat” angeeignet. Drei Neger haben sich mit weißen Frauen verehelicht und ihre Kinder finden, wie man sich in den Schulen, die sich besuchen, überzeugen kann, an ihren Genossen sehr willige Spielkameraden.

 

Source: Teltower Kreisblatt (11 March 1882)

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